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Diagnose- und Förderplan


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Projektgegenstand

Geschrieben von
Autor*in: Leo Orsolits
am: 24.11.2016
ID: 4

Projektgegenstand

Der digital unterstützte Diagnose- und Förderplan enthält zwei unterschiedliche Datensysteme:

1. Auf der Basis des offiziellen Lehrplans werden entwicklungsorientierte Lernaufgaben entwickelt. Diese werden jedoch nicht als "Bildungsstandards" formuliert, sondern werden
2. in jene psychischen Operationen übersetzt, die Schülerinnen und Schüler aktivieren, wenn sie sich die Lernziele aneignen.

Die Lernaufgaben werden also zunächst darauf hin analysiert, welche psychischen Operationen innerhalb der psychischen Funktionen angewendet werden müssen, sollen die Lernaufgaben bewältigt werden. Voraussetzung für die Planung von Lernsituationen für die einzelnen Schülerinnen und Schüler ist die Beobachtung ihrer Entwicklungsdynamik im Blick auf jene Operationen, die sie bei der Lösung von Lernaufgaben aktivieren (können). Über Beobachtung stellen die Lehrerinnen und Lehrer fest, ob die Schülerinnen und Schüler diese Operationen schon aktivieren können. Wenn nicht, sind diese durch andere Aufgaben zu üben, welche die epigenetischen Vorläufer der gewünschten Operationen enthalten. Dadurch wird erreicht, dass der so aufgeschlüsselte Lehrplan zugleich ein Diagnose- und Förderplan für jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler ist. So ist dieser Lehrplan ein Pilotbeispiel für die generalisierte Anwendung entwicklungsorientierter Didaktik und Persönlichkeitsförderung auf der Basis, dass alles Wissen und Können und damit alle Lernziele als psychische Operationen darstellbar sind. Das hat Jean Piaget mit seiner Bemerkung gemeint: Alles ist Operation.

Der Diagnoseplan umfasst jeweils in Kleinschritten aufeinander aufbauend die Lerninhalte aus den Bereichen:

# Wahrnehmung und Motorik
# Mathematischer Bereich
# Sprachlicher Bereich
# Andere Fächer (Musik, Werken, Zeichnen)

Die Tabelle zur Entwicklung der psychischen Funktionen (bewegen, empfinden/wahrnehmen, denken, sprechen, sozial/emotional handeln, wollen, kreativsein/intuieren, erinnern/merken) schlüsselt jede Funktion in jene Operationen (Handlungsschritte) auf, wie sie entwicklungsdynamisch in Lernsituationen aktiviert werden. Jedes einzelne Lernziel des Diagnoseplans zeigt die für seine Realisierung erforderlichen Handlungsschritte aus der Tabelle an.

Dadurch ist eine individualisierte entwicklungsorientierte Beobachtung des aktuellen Handlungsrepertoires des Schülers/der Schülerin ebenso möglich wie die erforderliche flexible Anpassung der Lernangebote an ihre/seine tatsächlich verfügbaren Fähigkeiten. Die Beobachtung der Schülerinnen und Schüler und die Anpassung der Lernangebote sind eine Voraussetzung dafür, dass in heterogenen (= fähigkeitsgemischten, inklusiven) Lerngruppen Ausgangspositionen für die Aufgabenstellungen geschaffen werden können, welche das Arbeiten aller Schülerinnen und Schüler an einem gemeinsamen Gegenstand (Inhalt, Projekt..) in Kooperation miteinander auf ihrem jeweiligen Entwicklungsniveau nach Maßgabe ihrer momentanen Kompetenzen ermöglicht.

Tabelle der Psychischen Operationen

Leo Orsolits | Version 3.0 | 25.3.2019